Samstag, 20. Oktober 2018

Wie wir (fast) ein Filmset gecrasht haben

Sizilien ist ganz schön bergig. Zumindest um die Gegend rund um Noto im Südosten der Insel. Immer wieder sehen wir tiefe Schluchten, als wir etwas in das "Hinterland" abbogen und die großen Straßen verlassen haben. In den Felswänden der Schluchten sind sie allgegenwärtig: Höhlen. Höhlenwohnungen, Höhlengräber und sogar eine Höhlenschule.

Grund genug für uns, sich das ganze einmal näher anzusehen. Wir fahren zur Cava d'Ispica, eine ca 13 km lange Schlucht. Manche der Höhlenwohnungen, die sich dort befinden, waren wohl bis 1935 sogar noch bewohnt!

Wir zahlen unseren Eintritt und werden schon gleich am Eingang darauf hingewiesen, dass hier heute Dreharbeiten stattfinden, werden aber herzlich hereingebeten.

Zuerst sehen wir uns die Nekropole an. In dieser Grabkammer sind die Gräber dicht an dicht in den Stein gehauen. Wir fragen uns, wie die Menschen da wohl hineingelegt wurden und wie das immer gepasst hat, denn die Grabmulden sind alle unterschiedlich groß. Ob man das Grab genau an den zu bestattenden Körper angepasst hat? Spannende Sache!

Bis tief in den Fels hinein sind überall
die Grabkammern zu erkennen.

Hier stehen wir lange und überlegen, wie die Menschen
wohl bestattet wurden. Die unterschiedlichen
Größen sind schon auffällig, oder?

Dann gehen wir weiter über das Gelände und erreichen als nächstes die Felsenkirche. Die kann das geübte Auge daran erkennen, dass an den Wänden Malereien zu sehen sind. Wir tun uns sehr schwer damit, entdecken aber schließlich doch etwas, das ein wenig aussieht wie Farbreste.


Die große Öffnung oben zwischen dem Fernweh-Futter-Vater
und den Fernweh-Futter-Kindern soll die Kirche gewesen sein.


Die Höhlenwohnungen

Wir sehen uns ausgiebig um und wollen dann eigentlich weiter gehen, Richtung Höhlenschule. Doch da kommt plötzlich ein Mann auf uns zugeschossen und bedeutet uns ganz hektisch, leise zu sein. Er spricht nur italienisch, kein englisch oder deutsch. Mein italienisch ist sehr, sehr dürftig, doch was er will, haben wir schon an seinen Zeichen verstanden: Hier wird der Film gedreht. Weitergehen ist derzeit nicht möglich - wir müssen warten, bis die Szene im Kasten ist. Durch die Bäume hindurch können wir das Filmset sehen. Doch der Mann scheucht uns wie eine Fliege, die zum Küchenfenster hereinkam und wieder hinaus soll, zurück. An der nächsten Weggabelung bedeutet er uns, zu warten. Wir nutzen die Zeit und machen eine Trinkpause. Von der Ferne dringen die Regieanweisungen zu uns herüber. Der Mann bleibt bei uns, scheinbar wurde er als unser persönlicher Aufpasser abgestellt. Und dann winkt er uns ganz emsig, wir sollen ihm folgen, aber leise! Finger an die Lippen funktioniert in jeder Sprache...


Dort, zwischen den Bäumen, wenn man dem Weg in der Mitte
des Bildes folgt, dort befand sich das Filmset. Wir wurden links
herum an den Bäumen vorbei geführt.


Und wieder müssen wir warten. Dann ist die Szene abgedreht und während die nächsten Regieanweisungen fallen und das Set für die nächste Szene hergerichtet wird (irgendwie müssen die Schauspieler alle Schirme über sich halten, obwohl es gar nicht regnet), latschen wir mitten durchs Filmset. Unser Aufpasser vorne weg, wir im Gänsemarsch hinterher. Mitten durch. Zwischen den Schirm-tragenden Schauspielern und der Regie. Das große Fernweh-Futter-Kind wäre am liebsten stehen geblieben und sagt bedauernd: "Ich würde so gerne auch mal in einem Film mitspielen." Tja, meine Liebe - vorerst musst du dich mit deinen Theaterrollen begnügen...

Unser Aufpasser führt uns zur Höhlenschule, bei der freilich sehr viel Fantasie gefragt ist, um diese als solche zu erkennen. Was ich meine, zeigt am Besten dieses Bild:


Die Fernweh-Futter-Familie in der Schule. Aha.
Rundum sind solche "Bänke" - mehr gibt es nicht zu sehen.
Vielleicht konnten das die letzten Höhlenbewohner 1935 noch verraten...

Nebenan gibt es noch einen "Waschraum" für die Schüler. Wir sehen uns ausgiebig um, was trotzdem schnell geht, denn viel gibt es einfach nicht zu sehen. Doch als wir weiter gehen wollen, werden wir mal wieder ausgebremst - nix da, die Dreharbeiten gehen weiter. Wir ergeben uns in unser Schicksal und holen Kekse und die Getränke raus. Picknicken wir eben ein wenig. Unser Aufpasser verschwindet, als er sieht, das wir nicht gedenken, das Filmset spontan zu crashen (wenn der wüsste, wie sehr es uns in den Fingern juckt, genau DAS zu tun!). Doch wir hätten uns sowieso zu früh gefreut - er hat dafür eine andere Person als Aufpasser abgestellt. Wir denken noch, dass "unser" Aufpasser evtl. einem menschliches Bedürfnis nachgehen muss, denn er verschwindet zwischen den Bäumen. Doch ein paar Minuten später werden wir eines Besseren belehrt. 

Unser Aufpasser ist zwischen den Bäumen verschwunden, um uns Walnüsse zu holen! Zwei große Hände voll bringt er uns. Mit Gesten bedeutet er uns, die Nüsse mit Steinen aufzuhauen. Wir fühlen uns wie die Steinzeitmenschen, so mitten in den Höhlen mit Steinwerkzeug zu hantieren! Und während die anderen sich die Nüsse schmecken lassen, diene ich selbst als Nahrungsquelle. Ich werde gerade von den Mücken verspeist und sprühe mich hektisch mit Desinfektionsmittel ein - etwas anderes habe ich nicht dabei. Aber es hilft, die Mücken lassen von mir ab.


Walnüsse für uns!


Die restlichen Nüsse packen wir dann schnell ein, denn unser Aufpasser führt uns nun durchs Filmset zurück, die nächste Szene ist gerade abgedreht.

Als er sieht, dass wir wirklich zum Ausgang gehen, verabschiedet er sich und läuft schnellen Schrittes davon.

Und die Nüsse liegen nun auf unserem Küchentisch, denn die haben wir im Koffer mit nach Hause genommen, damit wir an einem gemütlichen Herbstabend noch einmal daran denken können, wie wir durch das Filmset gelaufen sind.



Diese Reise fand statt im Oktober 2018.

Hinweis: Diese Reise/dieser Ausflug wurde von mir komplett selbst bezahlt, ich gehe grundsätzlich keine Kooperationen ein. Ich berichte einfach so von Ausflügen oder Reisen, die wir unternommen haben, einfach, weil es mir Spaß macht - ganz ohne das ich dafür bezahlt werde. Der Bericht ist meine eigene Meinung, die durch nichts beeinflusst wurde. Und ob ihr das ganze als "Werbung" einstufen wollt, dürft ihr ganz alleine entscheiden!

Freitag, 5. Oktober 2018

lila Rosen

Da mir das Experimentieren mit Aquarellfarben gerade Spaß macht, habe ich noch ein bisschen weiter übt und so ist diese Karte entstanden:


Die Rosen sind lila und mit weißer Glitzer-Aquarellfarbe bemalt. Das sieht man nicht soooo doll, jedoch erhält die Rose dadurch einen zarten Schimmer.


Und einen edlen Anstrich erhält die Karte durch die vielen goldenen Flecken.



Leider hat der blöde Stempel "Zum Geburtstag" nicht getan, was ich wollte. Und so war der erste Abdruck total daneben gegangen. Blöd halt, wenn er direkt auf die Karte gestempelt wurde. Jetzt hat die Karte eine Banderole erhalten, auf der der Spruch steht. Damit es aussieht, als sei das so gewollt, habe ich sie mit Abstandshaltern aufgeklebt. Ich hoffe, es fällt nicht mehr auf?


Dienstag, 2. Oktober 2018

Herbstbunte Geburtstagsgrüße

Wenn man im goldenen Oktober Geburtstag hat und auch noch 80 Jahre alt wird, muss das gefeiert werden! Da liegt es nahe, den goldenen Schimmer mit auf die Karte zu bringen, oder?




Für die Blätter habe ich zuerst Aquarellpapier mit verschiedenen Aquarellfarben eingefärbt und mit dem Goldspray besprüht. Nach dem Trocknen habe ich die Blätter ausgestanzt. So entstanden die verschieden getönten Blätter. Wie in der Natur - da gleicht auch kein Blatt dem anderen.



Genießt den Oktober!

Montag, 24. September 2018

Wandern im Vogelsberg

Mit dem Herbst kehrt endlich die Wanderzeit zurück. Im Sommer war es dazu viel zu heiß. Ich liebe die Hitze, aber wandern möchte ich dabei auch nicht gerade. Doch jetzt ist wieder Herbst-Wander-Zeit!

Unsere erste Tour für diesen Herbst führte uns in den Vogelsberg, heute der Naturpark Hoher Vogelsberg. Ursprünglich ist der Vogelsberg das größte zusammenhängende Vulkangebiet Mitteleuropas (2500 km²), das aus ganz vielen einzelnen Vulkanen bestand. Gefährlich ist es dort übrigens nicht - die Vulkane sind schon 7 Millionen Jahre erloschen. Das Vulkangebiet zählt heute als Mittelgebirge und erreicht am Taufstein seinen höchsten Punkt mit 773 Metern über NN.


Soviel zu den Fakten - aber wie sieht es da tatsächlich aus?

Wir haben eine Rundwanderung von ca. 8-9 km gemacht. Gestartet sind wir an der Taufsteinhütte und da es ja eine Rundwanderung war, sind wir dort auch am Ende wieder gelandet. Wir kamen an der Niddaquelle vorbei, an einem faszinierenden Stein (dazu gleich mehr) und am Hoherodskopf, der mit seinen vielen Freizeitangeboten heute ein Touristenziel ist.


Ein paar Bilder habe ich euch mitgebracht, damit ihr virtuell auch ein bisschen rundwandern könnt...

Einer der Forellenteiche


Die Forellenteiche wurden im Mittelalter zum Flößen von Holz angelegt und so von 1616 bis 1647 genutzt. Danach dienten sie der Fischzucht. Heute sind sie aufgrund der besonderen Tier- und Pflanzenarten ein Naturschutzgebiet. Und Fische fängt hier nur noch einer:



Eine Weile später kommen wir an diesem entzückenden Hochmoor vorbei. Ich liebe Hochmoore. Sie sehen so schön aus, findet ihr nicht?


Schließlich erreichten wir den besonderen "Berg", das sagenumwobene Geotop Geiselstein. Hier sollen die germanischen Götter Wotan, Donar und Ziu einen ungeheuren Goldschatz hüten. Und alle sieben Jahre kündigt eine kleine blaue Flamme die Öffnung des Felsen an: Der Geiselstein öffnet sich einen Spalt breit und gibt den Blick auf die drei Götter frei, die um ein Feuer herumsitzen. Nach kurzer Zeit schließt sich der Berg wieder, die geisterhafte Musik verstummt und alles liegt ruhig da wie vorher.


Hier geht es rauf auf den Felsen.

Gespenstisch, oder? Wir haben die Flamme und den Spalt nicht gesehen. Aber trotzdem ist der Felsen ein ganz besonderer Ort. Warum, das zeige ich euch am besten im nächsten Bild.

Magie! Die Gabel bleibt einfach so haften.

Der Felsen ist magnetisch. An manchen Stellen mehr, an manchen weniger. Und manchmal so stark, dass unser Besteck haften bleibt. Magisch, oder?


Das war für die Fernweh-Futter-Kinder natürlich spannend auszuprobieren, wo der Fels mehr magnetisch ist und wo weniger. Die Erklärung dafür ist wohl, dass der Fels aus dem Erzmineral Magnetit besteht. Magnetit kann magnetisiert werden, zum Beispiel durch einen Blitzeinschlag. Da der Geiselstein der höchste Punkt in der Umgebung ist, liegt die Erklärung nahe, dass genau das hier geschehen ist. Ich finde die Erklärung mit der Magie aber viel sympatischer, ehrlich gesagt.


So steil geht es wieder herab...


Unterwegs finden wir ein herrliches, riesiges Lager frisches Heu. 



Am Bismarckturm kommen wir auch vorüber und natürlich steigen wir auch rauf!


Und von oben liegt uns der Naturpark Hoher Vogelsberg zu Füßen. So schön! Am linken Rand seht ihr den Turm, der auf dem Hoherodskopf steht. Der Bismarckturm wurde auf dem Taufstein gebaut und ist somit der höchste Punkt des Vogelsbergs.



Vom Hoherodskopf ging es über Wiesen wieder hinunter zur Taufsteinhütte. Es war eine wirklich schöne Tour, bei der das Wetter perfekt zum wandern war - nicht zu heiß und nicht zu kalt und strahlend blauer Himmel.



Hinweis: Diese Reise/dieser Ausflug wurde von mir komplett selbst bezahlt, ich gehe grundsätzlich keine Kooperationen ein. Ich berichte einfach so von Ausflügen oder Reisen, die wir unternommen haben, einfach, weil es mir Spaß macht - ganz ohne das ich dafür bezahlt werde. Der Bericht ist meine eigene Meinung, die durch nichts beeinflusst wurde. Und ob ihr das ganze als "Werbung" einstufen wollt, dürft ihr ganz alleine entscheiden!

Donnerstag, 13. September 2018

Brombeeren-Liebe

Wenn wir schon auf unserem Sommer-Roadtrip in diesem Jahr keine wilden Blaubeeren ernten konnten, so haben wir uns auf Brombeeren verlegt. Diesen Sommer ist unsere ganz große Brombeeren-Liebe erwacht! Und irgendwie habe ich in diesen endlosen, warmen und leichten Sommertagen ganz viele Fotos von uns und den Beeren und der Brombeeren-Liebe gemacht. Das schrie also quasi nach einem neuen Mini-Album. Zumal ich sozusagen ein "Muster" brauchte. Denn das große Kind hat bald Geburtstag und wir haben uns überlegt, dass wir mit den Teenie-Freunden einen Workshop machen. Jedes Kind wird sich ein Mini-Album bauen, natürlich schon mit Fotos bestückt, die ich auf die Schnelle noch ausdrucken werde (da halte ich ja noch ein bisschen die Luft an, dass der Drucker in der Drogerie meines Vertrauens auch gerade frei ist, wenn ich ihn brauche... Ich werde berichten!). Und damit die Teens auch eine Idee haben, was man so draus machen kann, werde ich ihnen zwei Mini-Alben gleicher Bauart hinlegen. 

Eins davon ist das Brombeeren-Liebe-Album.


Das ist der Rücken. Die Papiere werden einfach auf
einander geklebt. Wenn es nicht gerade wird, kann man
das ganze auch noch mit einem Papier
verdecken.
Das Album ist 12 x 12 cm groß, eine wunderbare Größe
für ein Mini-Album, finde ich!


Das ist ein Teil des Innenlebens, zwei einfache Seiten.

Das ist die andere Variante des Innenlebens, zwei Einstecktaschen.
Natürlich muss ich die nicht nutzen, ich kann auch das Foto
einfach über die Tasche drüber kleben, dann ist es ebenfalls
eine ganz normale Seite wie die anderen auch.

Aber die Einstecktaschen haben einfach das gewisse Etwas,
das lockert das Album ungemein auf.

Denn natürlich kann ich mit den Tags spielen, die ich in die Taschen
stecke. Ich kann die unterschiedlichsten Formen kreieren.

Ups - da ist Werbung für mein Lieblingsbier eingebaut...

Auch zerschnippelte Fotos sehen manchmal echt gut aus,
wie hier die ausgeschnittenen Brombeeren.






Natürlich sind auch von uns selbst noch viel mehr Fotos drin, verdächtig oft welche mit herausgesteckten Zungen (die werden nämlich von den Brombeeren ebenso wunderbar blau/lila wie von den Blaubeeren...). doch ich denke, die Bilder vermitteln so auch einen ganz guten Eindruck von diesem Album.

Die Idee zu diesem Album stammt übrigens nicht von mir, sondern aus einem Video. Gebt mal in die Suchmaschine eures Vertrauens "liebesfuchs" ein, dann müsstet ihr sofort beim entsprechenden Kanal landen.

Und, was nascht ihr so im Sommer direkt vom Strauch/Baum/Gewächs?

Donnerstag, 30. August 2018

Muster und Formen am Sonntag

Vergangenen Sonntag haben die Kinder und ich einen Ausflug zur Burg Münzenberg unternommen.
Wir haben uns zu Hause ein feines Picknick zurechtgemacht. Es gab frisch gebackene Spinatwaffeln, die super gut zum Mitnehmen sind und außerdem fantastisch schmecken. Ein bisschen Rohkost, ein paar andere Köstlichkeiten und dann auf in die Burg. Dort ist ganz viel Platz zum gemütlichen Sitzen, es gibt Bänke und auch Platz für eine Picknickdecke.

Nachdem wir gemütlich gegessen hatten, streiften wir durch die Burg und ich nahm mir die Zeit, ein paar Bilder zum Thema "Muster und Formen" zu machen. Und die möchte ich euch nun zeigen.

















Welches ist euer Lieblingsbild?









Hinweis: Diese Reise/dieser Ausflug wurde von mir komplett selbst bezahlt, ich gehe grundsätzlich keine Kooperationen ein. Ich berichte einfach so von Ausflügen oder Reisen, die wir unternommen haben, einfach, weil es mir Spaß macht - ganz ohne das ich dafür bezahlt werde. Der Bericht ist meine eigene Meinung, die durch nichts beeinflusst wurde. Und ob ihr das ganze als "Werbung" einstufen wollt, dürft ihr ganz alleine entscheiden!