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Montag, 7. Dezember 2015

Mainz wie es schnipselt und backt


Hallo Ihr Lieben!

Von unserem ersten Adventswochenende möchte ich euch noch berichten, das wir auch dieses Jahr in Mainz verbracht haben.
Die Jugendherbergen in Rheinland-Pfalz und im Saarland bieten in der Adventszeit ein besonderes Programm an. Das heißt passenderweise "Adventsprogramm". Und beinhaltet folgendes:
- 2x Nachmittagskaffee mit Gebäck
- ein Lebkuchenhaus
- Adventsgeschichten
- herzliche Begrüßung mit Umtrunk
- stimmungsvolles Lagerfeuer mit Kinderpunsch und Glühwein
- adventliche Basteleien
- fröhliche Weihnachtsbäckerei
- Weihnachtsmusik beim Basteln und Backen
- geführter Adventsspaziergang
- toller Weihnachtsstiefel für die Kinder
- großer Advents-Frühstücks-Brunch am Abreisetag

So. Das sind die beworbenenen Fakten. Und genauso findet es auch statt! Ich kann jetzt nur von der Jugendherberge in Bad Marienberg und von der in Mainz sprechen - sie halten genau das, was sie versprechen. In Mainz ist das Programm sogar ein wenig umfangreicher als in Bad Marienberg.

Die Herbergsleitung ist nett und wir fühlen uns immer sehr wohl und gut aufgehoben. Jugendherbergen haben ihr ganz eigenes Flair. Wer aber bei dem Wort "Jugendherberge" an überfüllte und schäbige Zimmer denkt, die er vielleicht als Kind oder Jugendlicher auf Klassenfahrten kennen gelernt hat, dem muss ich sagen, dass die Jugendherbergen heute ganz anders sind.
Man schläft zwar auch als Familie in Stockbetten. Man muss auch immer noch sein Bett selbst beziehen. Und man muss auch immer noch selbst seinen Tisch abräumen. Ist ja auch kein Hotel!

Dafür ist auf den Zimmern ein eigenes Bad (Achtung - es gibt im Bereich der Kategorie I-III auch immer noch viele, die das nicht bei jedem Zimmer bieten, wir buchen Kategorie IV und da sind die Bäder mit dabei, wie im Hotel), es erwartet einen eine kleine Leckerei auf den Kopfkissen - und manchmal ist sogar das Bett schon gemacht.

Es ist alles sehr sauber und ordentlich, in Mainz und Bad Marienberg ist der Bereich um das Bistro sehr gemütlich und man nutzt diesen Bereich (z. B. auch in Göttingen) gerne als Treffpunkt um mit anderen Gästen in Kontakt zu kommen. Überhaupt ist eine Jugendherberge immer ein Zentrum der Begegnung und eine gute Möglichkeit, ungezwungen neue Menschen kennen zu lernen.

Das Essen ist durchweg lecker und wird in Buffetform angeboten, die Salatbar ist jedesmal wieder der Hit, da gerate ich ganz aus dem Häuschen, wenn ich diese appetitliche Fülle an Salaten sehe. Und die Blumenkohlsuppe hätte ich am liebsten eimerweise nach Hause mitgenommen! Aber auch das warme Essen ist richtig lecker. Für mich als Vegetarier ist nur eine kurze Nachfrage beim Koch (der immer am Buffet als Ansprechpartner zugegen ist) und schon bekomme ich etwas extra, wenn es nicht sowieso schon genug Auswahl gibt.


Die Räume sind alle sehr hell und freundlich, das Personal ist immer nett und besonders in Göttingen hatte ich die Herbergsleitung sofort in mein Herz geschlossen - so liebe und zuvorkommende Menschen!

Ja, das ist ein eindeutiges JA zum übernachten in Jugendherbergen. Jetzt wollt ihr aber bestimmt auch endlich mal sehen, was wir das Wochenende über so gemacht und erlebt haben, oder?

Wir sind zeitgleich mit unseren Freunden dort eingetroffen, haben eingecheckt, die Betten bezogen und uns dann gleich wieder unten im Bistro getroffen. Dort war schon der Tisch reich gedeckt, es gab viele Pfeffernüsse, Lebkuchen, Stollen, Kakao, Kaffee und Tee (mit dicken Kluntje, hmmm...) in reichlicher Auswahl. Das, wie gesagt, war auch schon in unserem Preis enthalten. Wir haben lange zusammen gesessen und gequatscht. Die Kinder waren in der Spielecke gut versorgt. Platz zum rennen und toben gibt es auch und es stört niemanden dort, wenn die Kinder flitzen und laut sind. Das entspannt auch die Eltern sehr!




Der Empfangsbereich an den sich das Bistro anschließt



Dann gab es Abendessen. Bei der Salatauswahl lief mir wie gesagt das Wasser im Mund zusammen. Sooo lecker!! Und das hier ist nur ein ganz kleiner Teil der Auswahl!


Jede Familie hat einen Tisch, der mit Namenschild gekennzeichnet ist, sodass man nicht noch lange nach einem Tisch für 8 Personen suchen muss. Man kann erst am Buffet aussuchen und dann ganz gemütlich zum Platz gehen. Zum Trinken gibt es immer Wasser, Tee (kalt und warm) und Saft. Alles - das Essen und die Getränke - sind so aufgebaut, dass die Kinder selbstständig holen können, was sie möchten.

Nach dem Essen gab es leckere Begrüßungscocktails - da ein Familienevent natürlich alkoholfrei - und eine kurze Erläuterung zum Programm. Anschließend haben wir noch ein Lebkuchenhaus gebaut und auch gleich verschönert. Und Zuckerguss genascht!


Am nächsten Tag gab es leckeres und reichhaltiges Frühstück, mit Joghurt, verschiedenen Sorten Müsli, Obstsalat, Käse- und Wurstplatte, verschiedenen Brötchen und Marmeladen. Direkt danach sind wir ins Tagesprogramm gestartet, es wurde gebacken und gebastelt. Wir haben zuerst gebacken. Der Teig ist bereits fertig, es gab hellen und dunklen Teig. Die Ausstechformen liegen bereit, die Bleche sind bereits mit Backpapier belegt. Ausrollen, ausstechen, fertig. Gebacken werden Sie in der Küche, wir haben sie am Abreisetag fertig verpackt in Blechdosen abholen können. Toll, oder?


Wir haben den ganzen Dreck einfach liegen gelassen - naja, die Ausstechformen und Verzierperlchen haben wir wieder weg geräumt - Tisch abwischen hat die Dame uns nicht lassen...

Wir haben Hände gewaschen und den Raum gewechselt. Dort haben wir weihnachtliche Girlanden gebastelt, mein Mann, der nie bastelt, hat sogar zwei Fröbelsterne gemacht! Leider habe ich noch gar kein Foto von unseren Girlanden gemacht, kann ich euch also gar nicht zeigen.

Jetzt brauchten wir erst mal eine leckere Stärkung! Also nach unten, in den Speisesaal. Und wieder war es so lecker! Die dicken Bäuche konnten wir noch mal 20 Minuten auf unseren Stockbetten ausruhen bevor wir mit dem Bus auf den Weihnachtsmarkt in die Innenstadt gefahren sind. 





 Ich habe dann noch einen extra Ausflug ganz alleine gemacht, während die anderen über den Weihnachtsmarkt gebummelt sind und sich mit gebrannten Mandeln vollgestopft haben. Doch davon berichte ich in einem Extra-Post.
Pünktlich zur Karussellfahrt war ich wieder da und wir haben uns einen ersten Glühwein gegönnt, während die Kinder auf dem Karussell ihre Runden gedreht haben.  Das Wetter war wunderbar, wir standen im Sonnenschein auf dem Weihnachtsmarkt. Als es dunkel wurde, sind wir mit dem Bus zurück gefahren in die Jugendherberge. 

Und schon wieder gab es Essen! Ja, so eine Vollpension hat schon was...
Da wir alle etwas angeschlagen waren, haben wir uns gleich ans Lagerfeuer gesetzt, während die anderen eine Fackelwanderung durch den Volkspark gemacht haben. Wir haben die Wärme genossen und ins Feuer geschaut bis unsere kleine Tochter sagte: "Ich könnt' ewig da rein schauen, das lässt mich gar nicht los!". Als die anderen wieder da waren, gab es noch eine kleinen Advents-Gute-Nacht-Geschichte am Feuer und Glühwein und Kinderpunsch. 


Mit einem großen Advents-Brunch haben wir dann Sonntags unseren Aufenthalt gemütlich beendet. Es gab Speck, Würstchen und Rührei, Muffins, mit Blaubeer-Vanillecreme gefüllte Crêpe oder auch Palatschinken, wir wir lieber sagen, viele Brötchen, Joghurt, ganz besonders leckeren Obstsalat... und noch so viele Sachen mehr, dass ich sie gar nicht aufzählen kann.  

Es war ein wunderschönes Wochenende, dass aber seinen Tribut forderte. Ich war schon vorher angeschlagen, hatte Halsschmerzen und Schnupfen. Doch was dann folgte, war nicht schön. Ich habe die ganze letzte Woche umgelegen, es hatte mich wirklich arg erwischt. Und ich bin immer noch nicht fit, bin immer noch krank geschrieben. Doch jetzt wird es, das Antibiotikum hilft nun zum Glück. Trotzdem war es ein tolles Wochenende!
Ich kann euch Jugendherbergen nur empfehlen. Und schon im Januar fahren wir wieder in eine, dann folgt auch ein Bericht. Ich lese in letzter Zeit viele Reise-Blogs, da wir ja auch 4-5 mal im Jahr verreisen. Oft nicht so weit, aber das macht nichts. Raus kommen, was anderes sehen, den Horizont erweitern. Und wie ich bei meinen Kindern immer sehe und daher oft sage: "Reisen bildet." Was die beiden alles schon gelernt haben und miteinander verknüpfen können, weil sie mit offenen Augen diese Reisen antreten, das ist echt toll zu sehen. 
Jedenfalls möchte ich auch ein bisschen ausführlicher über unsere Reisen berichten und damit habe ich heute nun angefangen. Ich hoffe, mein Beitrag ist nicht zu lang und ihr habt bis zum Ende durchgehalten?
Jetzt habt ihr es geschafft...
Bis bald, eure Nina

1 Kommentar:

Herr Bohne vom Land hat gesagt…

Ich war sooooo gespannt auf diesen Bericht und bin ja schon ein wenig neidisch auf Lebkuchenhaus, Adventsgeschichte und Blechdose mit Keksen - das gab es alles bei uns in Bingen nicht - dafür eine Schifffahrt auf dem Rhein hinüber nach Bingen, Stockbrot und Glühwein am ersten Abend und eine Nikolausmütze für die Kinder. Was habt ihr denn basteln dürfen? Toll zu sehen, wie individuell jede Jugendherberge das Programm für sich gestaltet. Sina