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Freitag, 22. Januar 2016

eine französische Stadt im Januar - Metz

Hallo Ihr Lieben!

Hier kommt der zweite Teil unserer Januarreise! (Zum ersten Teil geht's hier lang)

Wir haben uns für die Heimreise noch ein besonderes Highlight eingebaut und zwar sind wir einen Umweg über Frankreich gefahren. Die Stadt Metz war unser Ziel. Mit ca 100 km Entfernung ist es von Homburg aus recht schnell erreicht. 



Metz ist mit etwa 120.000 Einwohnern die Hauptstadt des Départements Moselle ganz im Nordosten Frankreichs, etwa 100 km hinter der deutsch-französischen Grenze und liegt an der Mündung des Flusses  Seille in die Mosel. Aus einer keltischen Siedlung entstand im Laufe der Jahrhunderte die Stadt Metz, wie wir sie heute sehen können. Bereits im 9. Jahrhundert standen 39 Kirchen und Kapellen sowie zahllose Klöster in der Stadt Metz. Davon sind heute noch sehr viele zu sehen, doch davon werde ich hier nur ein paar erwähnen, denn wir konnten unmöglich in den 4 Stunden unseres kurzen Abstechers alle Kirchen besichtigen. 

Temple Neuf von hinten


Zumindest von außen konnten wir die Kirche Temple Neuf mit dem 55 Meter hohen Hauptturm, eine evangelisch-reformierte Kirche, anschauen. Von 1901-1904 erbaut wurde sie dem neoromanischen Stil nachempfunden. Durch den grauen Sandstein aus den Vogesen sieht sie anders aus, als andere Gebäude in Metz. Die Orgel der Temple Neuf wird öfter für Wettbewerbe und Konzerte genutzt – gehört oder gesehen haben wir sie leider nicht, da die Tür verschlossen war. Direkt gegenüber liegt mit einem schönen Vorplatz die Oper. Man kann sehr nett am Ufer der Seille entlang spazieren, viele, viele Schwäne begleiteten uns an diesem kalten Januartag.





Unser Weg führte uns weiter zum Porte des Allemands, dem „Deutschen Tor“. Nach einem kleinen Umweg und einer sehr netten Französin, die uns den Weg wies, standen wir davor. Das nach dem benachbarten Hospital des Deutschen Ordens benannte Bauwerk wurde 1230 erbaut. Der Durchgang, das Tor, wird von zwei Rundtürmen bewacht. Nach der Erbauung wurde es noch zweimal erweitert und danach immer in der nun bestehenden Form in die Verteidigungsmauer mit eingebaut. Im zweiten Weltkrieg wurde es stark beschädigt, jedoch nach und nach wieder aufgebaut. Heute steht es unter Denkmalschutz und ist wieder zugänglich. Jedoch leider nicht montags – wir standen vor verschlossenen Türen. Schön anzuschauen ist es aber auch von außen, zumal nun auch die Sonne rauskam. 

Porte des Allemands
Auf dem Weg zurück zum Auto haben wir noch ein paar andere Sehenswürdigkeiten eingebaut, zum Beispiel die Kirche St. Maximin. Sie  ist nach dem Bischof Maximin von Trier benannt. Die Erbauung erfolgte irgendwann zwischen dem 12. Und 15. Jahrhundert, wobei das Eingangsportal aus dem Barock stammt. Von außen ist sie recht unscheinbar in das Straßenbild integriert, doch von innen zeigen sich ihre schönen Glasfenster von Jean Cocteau aus den 1960er Jahren, die selbst bei nicht ganz so schönem Wetter leuchten. 



Noch ein kleiner Schlenker über den Place Saint-Louis aus dem 13. bis 15. Jahrhundert mit wunderschönen Arkadengängen unter den Bürgerhäusern aus dem Spätmittelalter. Früher war dies der Platz der Händler und Geldwechsler, die unter den Arkaden Unterschlupf fanden. Einst ein blühender Handelsplatz präsentiert er sich uns an diesem Januartag eher verschlafen und sehr romantisch. Gefällt uns sehr gut! Man kann die Geldwechsler fast noch erahnen… Besonders gut gefielen mir auch die Zugänge zu den Kellern der Häuser, die man an den schwarzen Türen erkennen kann. So wurde früher die Kohlelieferung in die Häuser gebracht. Ob das hier auch so war, konnte ich nicht herausfinden, aber für mich sieht das genau danach aus.

Place Saint Louis
Das absolute Highlight unseres Metz-Besuchs war allerdings die Kathedrale Saint-Étienne. Und das, was wir auf dem Platz davor erlebt haben. Aber der Reihe nach! Die Kathedrale Saint-Étienne, gebaut zwischen 1220 und 1520 im gotischen Stil wartet mit Superlativen auf: 136 Meter lang, 88 Meter hoch (der Turm), Durchmesser der westlichen Rosette 11,25 Meter. Die Glocke wiegt 11 Tonnen und hat einen Durchmesser von 2,32 Metern. 




Und als wäre dies noch nicht genug, besitzt die Kirche eine Gesamtfläche von 6500 m²  an Glasmalereien. Das ist die größte Fläche an Glasmalereien in einer französischen Kathedrale, daher erhielt die Kathedrale auch den Namen „La lanterne du Bon Dieu“ - „Die Laterne Gottes“. Auch sie steht seit 1930 unter Denkmalschutz. Schon von außen ist sie ein absoluter Augenschmaus, an dem man stundenlang noch neue Kleinigkeiten entdecken kann, so weit das Auge reicht (und das ist nicht hoch genug, denn sie ist bis ganz nach oben sehr sehenswert). Innen jedoch ist sie ein begehbares Lexikon der Glaskunst, so viele, viele Glaskünstler haben sich dort mit einem oder zwei Fenstern verewigt. 



Wir sind hineingegangen und haben staunend und stumm den Blick nach oben gerichtet. Die riesigen Fensterflächen erschlagen einen förmlich und die Höhe im Langhaus von 41 Metern ist unfassbar. Doch zuerst haben wir etwas richtig Schönes entdeckt: diese tolle Krippenszene. 

Die Krippenszene in der Kathedrale
 
Wir sind längere Zeit still durch die Kirche gewandert und haben uns gegenseitig auf verschiedene Dinge aufmerksam gemacht, die wir gesehen haben. Ich habe mich besonders über die Fenster von Chagall gefreut, denn dieser Künstler war mir ja erst wenige Wochen vorher in Mainz begegnet. Und auch in Metz sind die Fenster sehr schön geworden!

Die Fenster von Chagall

Wunderschönes Fenster von Chagall


Vor der Kathedrale jedoch stand noch ein besonderes Highlight: ein Riesenrad, fast so hoch wie der höchste Turm der Kathedrale. Dieses Riesenrad wird für den Weihnachtsmarkt dort aufgebaut und steht noch bis zum 17. Januar. Logisch, dass wir dieses Riesenrad ausprobieren mussten! 6 Runden durften wir drehen und das war wirklich unglaublich schön. Da niemand sonst zu diesem Zeitpunkt mit dem Riesenrad fahren wollte, konnten wir unsere Runden ungehindert fahren ohne ständig anhalten zu müssen. Die Kinder haben von einem Ohr zum anderen gestrahlt. Mein Mann und ich haben die erste Runde Fotos gemacht wie verrückt, danach haben wir uns auch umgeschaut und den grandiosen Ausblick sehr genossen. Das Riesenrad ist wirklich hoch gewesen, wir konnten fast über die Spitze des höchsten Turms der Kathedrale drüber schauen. Und hatten dementsprechend einen grandiosen Ausblick auf die Stadt. Ja, davon kann man eine ganze Weile zehren…


Im Riesenrad - grandiose Aussicht!


Wenn es auch nur ein ganz kurzer, oberflächlicher Besuch war, haben wir doch einen ganz warmen und ansprechenden Eindruck von der Stadt, wir würden auf jeden Fall wieder nach Metz fahren und diese Stadt wärmstens weiter empfehlen. Wenn es draußen wärmer ist, die Bäume Blätter haben, die Stadt voller Leben ist, man sich ein Eis holen und an der Seille entlang flaniert – ja, dann ist es bestimmt noch ein bisschen wunderbarer dort. Auch wenn es uns jetzt schon richtig gut gefallen hat!

So, ich hoffe, ich habe eure Neugier auf diese schöne Stadt geweckt - fahrt doch auch mal hin!

Und bald gibt es auch wieder etwas kreatives von mir...
Bis bald, eure Nina

Kommentare:

Herr Bohne vom Land hat gesagt…

Ach, wie wundervoll - ein Riesenrad ganz allein fahren dürfen und das gleich sechsmal, das klingt nach einem kleinen Traum. Wie toll, einmal schnell nach Frankreich in einem Tag. Wie richtig ihr entschieden habt!!!
Sina, die dir auch noch eine PN geschrieben hat ...

Nina hat gesagt…

Liebe Sina, ganz lieben Dank für deinen Kommentar und für die sehr ausführliche PN - gelesen habe ich sie, antworten werde ich in Kürze auch.
Es war auch ein richtig traumhafter Tag in Frankreich. Und wo wir gerade bei Träumen sind: Träume sind da, gelebt zu werden ;-)
Ich melde mich!!
Liebste Grüße, Nina