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Samstag, 30. April 2016

Von Amsterdam und Haarlem

Hallöchen!

Weiter geht es mit einem Bericht über unseren Holland-Aufenthalt. Diesmal habe ich euch zwei Städte mitgebracht.

Amsterdam – geliebte Stadt

Ein Aufenthalt in den Niederlanden ohne Besuch in Amsterdam? Für mich unvorstellbar. Es ist einfach meine Lieblingsstadt. Ich liebe die schönen Häuser mit den tollen Giebeln, die Grachten, die Brücken und die Hausboote, die in den größeren Grachten überall vor Anker liegen. 

schmale Häuser dicht an dicht - so ist das in Amsterdam


Und irgendwann, da möchte ich selbst einmal Urlaub auf so einem Hausboot machen. Ich weiß noch, wie unsere Große gestaunt hat, als wir ihr das erste Mal Amsterdam gezeigt haben und sie entdeckt hat, dass die Menschen fest in den Hausbooten wohnen, ja sogar einen Briefkasten am Ufer aufgestellt haben um ihre Post zu erhalten. 

eine Gracht mit typischen Hausbooten
 
Parken in Amsterdam

Das einzige, was uns vorher ein wenig beschäftigt hat, war die Parkplatz-Situation in Amsterdam. Denn das letzte Mal, als wir dort hin wollten, sind wir zwei Stunden Runde um Runde durch die Stadt gekurvt und haben nirgendwo einen Parkplatz bekommen. Zu allem Überfluss hat die Kleine auf dem Rücksitz in dieser Zeit hohes Fieber bekommen und wir sind zurück ins Ferienhäuschen gefahren ohne einen einzigen Fuß in der Stadt gehabt zu haben. Das wollten wir diesmal vermeiden – es tut dem Familienfrieden gar nicht gut, wenn man so lange vergeblich nach einem Parkplatz sucht und auf engstem Raum zusammensitzt, das kann ich aus einiger Erfahrung berichten. Ich habe auf der Seite "Nach-Holland" eine ganz tolle Aufstellung über die P&R-Parkplätze in Amsterdam gefunden, mit genauer Beschreibung, wie man das machen muss. Und was soll ich sagen? Das war spitze! Das hat so gut geklappt und wir hatten ohne langes Suchen einen sicheren, guten Parkplatz in einem Parkhaus und das für richtig wenig Geld. Klasse! Die Kinder hat's auch gefreut, sie konnten Bus und Tram fahren, denn mit dem P&R-Ticket kann man beides nutzen und das haben wir auch getan.


Kinderfüße im Rotlicht-Viertel

In der Innenstadt haben wir uns dann nur zu Fuß bewegt, nachdem wir an der Centraal Station, dem Hauptbahnhof, ausgestiegen waren. Auf dem Stadtplan hatte ich mir ausgekuckt, wie wir am schnellsten in Richtung Blumenmarkt laufen. Ja, doch irgendwie hatte ich nicht bedacht, das diese schnellste Strecke direkt durch das Rotlicht-Viertel führt! Zum Glück sind tagsüber die meisten der Schaufenster leer, in denen sich abends die nackten Damen präsentieren. Nur zwei Damen in mehr oder weniger heißen Höschen (über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten) waren in ihren Glaskästen zu sehen. Und um die haben wir die Kinder mit Blicken auf interessante Giebel oder ähnlichem geschickt herum geführt und auch um die Läden mit „Erwachsenen“-Spielzeug konnten wir sie herum lotsen ohne das sie etwas gesehen haben, was eher nichts für Kinderaugen ist. Ich hätte mich ohrfeigen können! Ich wusste das doch eigentlich!


Auf dem Rembrandtplein haben wir etwas neues entdeckt. Plötzlich standen wir mitten in der Nachtwache. Das berühmteste Gemälde von Maler Rembrandt wurde auf diesem Platz durch unzählige Bronzefiguren lebendig und man konnte sich mitten durch das Gemälde bewegen. Das war echt verrückt. Und richtig toll wurde es dann noch durch einen Akkordeon-Spieler, der die richtige Stimmung zauberte. 

die Fernweh-Futter-Kinder stehen im Gemälde der "Nachtwache"

Kunst zum Anfassen!

 
Ansonsten hatten wir bei unserem diesjährigen Amsterdam-Besuch mit dem Wetter nicht so viel Glück, es war sehr kalt und windig, ab und zu regnete es auch stark. Nach dem wir sehr ausgiebig jeden Souvenirladen (ja, ich oute mich, ich mag diese Nepp-Geschäfte von Zeit zu Zeit total gerne) besichtigt hatten, haben wir den Heimweg angetreten. Ein Schlenker über den Dam mit dem Koninglijk Paleis und der Nieuwe Kerk mit einer Aufwärm-Pause in einem beliebten und vor allem angenehm warmen Fast Food Restaurant sind wir mit der Tram zurück zum P&R-Parkhaus gefahren und waren über die Hilfsbereitschaft des Tramfahrers ganz begeistert.

Holz-Tulpen auf dem Blumenmarkt


Ich liebe Amsterdam immer noch. Sehr sogar. Und ich komme jederzeit gerne wieder. Trotzdem hatten wir schon bessere Tage in Amsterdam. Doch das ist allein dem Wetter geschuldet, das war einfach zu kalt. Und zu nass!



Haarlem

der Grote Markt in Haarlem

Ein Weg mit Hindernissen
 
Nur gute 40 km von Egmond aan Zee entfernt liegt das hübsche Haarlem. Mit einem Besuch habe ich schon die letzten Male geliebäugelt, als wir in Egmond waren – doch umgesetzt haben wir den vagen Plan noch nicht. Bis jetzt! Am vorletzten Tag sind wir losgefahren, mit dem Plan, möglichst ohne Autobahn-Nutzung nach Haarlem zu kommen, da wir gehofft haben, einige Blumenfelder zu entdecken. Das war eine Schnapsidee. Ganz ehrlich – macht das nur nicht nach! Wir sind durch irgendwelche Industriegebiete gefahren, das Navi wollte uns kurzfristig sogar über eine Fähre schicken, die nur eine schmale Gracht überfuhr. Wir standen lange an einer Ampel, die rot wurde, als die Brücke für die durchfahrenden Boote geöffnet wurde. Wir sind am Fährhafen Ijmuiden vorbeigefahren, von dem aus die großen Autofähren nach Newcastle in England ablegen. Schließlich sind wir dann doch noch in Haarlem gelandet – ich hatte schon fast nicht mehr darauf gehofft. Und zu allem Überfluss haben wir kein einziges Blumenfeld gesehen! Grrr!!





Picknick in der Stadtmitte

Durch die lange Irrfahrt hatten wir erstmal gehörigen Hunger. Das Wetter war nicht ganz so schlecht und so haben wir uns für unser Mittags-Picknick den Platz in der Mitte Haarlems, dem „Grote Markt“, ausgesucht. Neben einer Statue haben wir die Sitzkissen ausgebreitet und die mitgebrachten Brote und anderen Snacks. Die Leute, die vorbei gingen, haben sich sehr über unser Picknick gefreut, obwohl sie gar nichts davon abbekommen haben. Alle begegneten uns mit einem Lächeln. 


Stadhuis - das Stadthaus


Allzu lange haben wir es jedoch nicht ausgehalten, so warm war es dann auch nicht. Deshalb sind wir in die St. Bavo-Kerk gegangen. In einer Kirche ist es wärmer als an einem kühlen März-Tag draußen. Oder? Weit gefehlt! Es war eiskalt in der Kirche! So eine kalte Kirche habe ich noch niemals besucht. Ich war so froh, als wir wieder auf dem Grote Markt standen, das kann ich euch sagen! 

die St. Bavo-Kerk auf dem Grote Markt, davor die Statue (die mit den Treppen), auf der wir gepicknickt haben


Haarlem ist ein niedliches Städtchen, hat seit 1245 die Stadtrechte und ist damit eine Stadt mit vielen alten Häusern. Wir sind noch ein wenig herum gebummelt, haben den ein oder anderen Laden durchstöbert und sind schließlich zum Auto zurück gegangen. Eigentlich hatte ich vor, das Frans Hans-Museum oder das Teyler-Museum noch zu besuchen, doch durch unsere morgendliche Irrfahrt hat das nicht mehr so gut in unser Zeitfenster gepasst. Schade, die sahen beide auf der jeweiligen Homepage echt interessant aus. 


Ich wünsche euch ein zauberhaftes Wochenende! Unternehmt was schönes und genießt den Moment.

Bis bald, eure Nina

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