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Donnerstag, 4. August 2016

Blogparade: Meine Reisen als Kind

Hallo Ihr Lieben!


heute habe ich einen Beitrag zu einer Blogparade für euch! 



Lena hat zu einer Blogparade aufgerufen. Ihr Blog „Family4travel“ ist mein allerliebster Reiseblog – ich finde mich oft in ihren Texten wieder und das ist schön. Und so habe ich mich natürlich sehr gefreut, als ich den Aufruf zu ihrer Blogparade gelesen habe.

Ich wollte schon so lange mal in den alten Alben meiner Eltern stöbern und sehen, ob die Fotos immer noch meinen Erinnerungen entsprechen. Also habe ich diesen Vorsatz nun endlich mal in die Tat umgesetzt. Mein Mann schaute mich immer öfter zweifelnd an, je weiter ich in die alten Fotoalben vordrang. Denn mir entfuhr immer wieder ein begeistertes Quietschen oder ein Freudenschrei. Manchmal auch begleitet von Fußgetrampel, das sei an dieser Stelle erwähnt. Ich freute mich so sehr, dass es zu all meinen liebsten Erinnerungen passende Fotos gab!

Es ist sehr lustig, was man als Kind besonders in Erinnerung behält. Dinge, die andere als völlig belanglos empfinden, selbst wenn sie dabei waren. Wenn man natürlich (wie mein Mann) das Ganze 30 Jahre (oder mehr) später unter hektischem Gequietsche und Freudengetrampel erzählt bekommt, erntet man schon mal seltsame Blicke. Aber was soll's – er kennt mich so lange, er weiß, dass ich gelegentlich einen an der Waffel habe...

Doch nun zum eigentlichen Thema. Meine Reisen als Kind. Meine erste Reise führte mich mit ca. 15-16 Monaten in den Schwarzwald. Dort fütterte ich die Enten und bekam Windpocken. Erinnern kann ich mich an beides nicht.

Sehr wohl erinnere ich mich aber an die liebe Handpuppe Maus. Denn die Maus mit ihren riesigen Ohren und dem niedlichen Schnäuzchen begleitet uns auch heute noch auf jede Reise. Meine Mama spielte mir mit dieser Maus auf langen Autofahrten immer etwas vor. Immer dann, wenn die lange Fahrt unerträglich wurde, drehte sich Mama auf dem Beifahrersitz nach hinten zu mir (und später auch zu meiner Schwester, als diese die Familie einige Jahre später komplett machte) um. Und spielte bis ihr speiübel wurde vom ständigen nach-hinten-sehen. Tja, heute sitze ich vorne und spiele die Maus. Immer, wenn die langen Fahrten unerträglich werden...

Ich habe ein Bild gefunden, auf dem die Maus, damals noch futschneu, mich begrüßt. Ich bin auch noch ziemlich futschneu, denn das ist besagte Reise in den Schwarzwald. Das Fell der Maus ist ein bisschen strubbeliger und das Schnäuzchen ist ein wenig schief geworden in all den Jahren. Sonst sieht sie aus wie immer.

lebenslange Freundschaft: die Maus und ich

Die Jahre vergingen und jedes Jahr starteten wir in einen Sommerurlaub. Für mich roch das schon wochenlang vorher nach Abenteuer und großer Freiheit. Wir sind grundsätzlich mit dem Wohnwagen verreist. Manchmal haben meine Großeltern diesen schon vor uns „runtergezogen“ und wir haben ihn später wieder mit „hochgebracht“. „Runter“, das war erst der Balaton in Ungarn und danach die Adriaküste in Italien. Für mich ist Campingurlaub heute noch der Inbegriff von Freiheit, auch wenn wir selbst so nicht reisen.

Und die Grenzen!! Damals war das so unfassbar spannend, mitten in der Nacht an die weithin sichtbare Grenze zu kommen. Kennt ihr das noch? Alles war beleuchtet. Wir wurden angehalten, mussten die Pässe zeigen, vielleicht sogar den Wohnwagen öffnen. Das war vielleicht spannend! Ich lag quer auf der Rücksitzbank und hatte bis dort hin geschlafen um dann den Grenzbeamten mit verschlafenem Gesicht entgegen zu schauen.

Und auf dem Campingplatz gab es immer was zu tun. Was ich beim durchschauen der alten Bilder festgestellt habe: wir haben uns scheinbar hauptsächlich von Wassermelone ernährt. Meine große Tochter lachte sich weg, weil wir auf jedem zweiten Bild eine Melone in den Händen halten. Essen, abwaschen, grillen, malen, lesen, spielen – alles draußen. Freiheit!

Apropos Essen: einer meiner Quietschmomente war dieses Foto:

mein "Tisch" und mein blaues Stühlchen - ich liebte es so sehr!!
Das bin ich an meinem eigenen Tisch. Ich hatte immer dieses wunderbare Stühlchen mit dem blauen Plastik-Schnur-Bezug (keine Ahnung, wie ich das sonst nennen soll, es war wie eine Schnur, die um den Stuhl gewickelt war) und mein „Tisch“ ist ein Holzklappstuhl. So habe ich am allerliebsten gegessen. Das gab es nur im Campingurlaub. Ich habe es sehr geliebt!

Ich kann mich auch erinnern, dass wir in Budapest waren und habe sogar noch ein paar Fotos davon gefunden. 

Mama und ich in Budapest, oben bei der Fischerbastei.
(Was ich da allerdings mit meiner Jacke mache, entzieht sich heute meiner Kenntnis...)

Der Vater einer Urlaubsfreundin zieht uns mit dem
Surfbrett auf dem Balaton im Boot hinter sich her

Und - noch ein Quietschmoment - ich habe ein Körbchen auf dem großen Korbmarkt bekommen. Wo dieser Markt stattfand, weiß ich nicht mehr. Aber in unserem gerade vergangenen Urlaub (davon bald mehr) hatte ich gerade über dieses schöne Körbchen gesprochen, ihr seht es hier rechts in meiner Hand. Und dann finde ich dieses Foto!!!

Wenn ich die Augen schließe, spüre ich noch, wie wir dort lang laufen. Die Luft ist trocken, heiß und staubig. Die Autos fahren massenhaft an uns vorbei und der Weg ist so weit. Und ich bin sooooo glücklich, denn ich habe das wunderbare Körbchen bekommen! Seht euch mal die Autos an, die sind der Kracher, oder?

Mama und ich  - und das schöne Körbchen in meiner rechten Hand

Ein Bad mit Papa in den Seerosen des Theralsees in Hévíz

An Italien habe ich auch nur die besten Erinnerungen. Die Italiener waren damals verrückt nach kleinen blonden Mädchen und streichelten mir immer wieder über meine weißblonden Locken. Ich werde im Herbst sehen, ob meine mittlerweile dunkelblonden Haare ohne Locken noch Entzückensrufe bei den Italienern hervorbringen... *hihihi*

den ganzen Tag draußen spielen

Italien heißt „Kokobello“. Kennt ihr den? Den Mann, der „Kokobello, Kokobello“ rufend am Strand entlang kommt, in der Hand eine Kühlbox voller Kokosnuss-Stücke? Mensch, was waren die lecker... Und erst die sauleckeren mit Vanillepudding gefüllten Kräppeln (in anderen Gegenden sagt man dazu Berliner), die ich auf dem Schoß meiner Mama sitzend verdrückt habe... Mjam...

Italien heißt aber auch „Kugelbahn“. Am Strandkiosk gab es immer kleine Beutel mit solchen Plastikkugeln drin. Die waren auf der einen Seite bunt und auf der anderen durchsichtig. In der durchsichtigen Hälfte war ein Bild zu sehen, mal ein Auto oder ein Flugzeug oder irgendetwas anderes. Jedes Jahr kauften wir ein solches Beutelchen mit Kugeln. Denn mein Papa hat jeden Tag riesige Kugelbahnen aus Sand mit mir gebaut, auf denen die Kugeln nach unten sausten. Von diesen Kugeln existieren übrigens heute noch welche im Keller meiner Eltern...

Tatata - dies ist einer der besagten Kugelbahnen!

Später, als meine Schwester dann größer war und wir nicht mehr gut zusammen in dem kleinen Bett im Wohnwagen schlafen konnten, habe ich mein eigenes Zelt draußen bekommen. Noch mehr Freiheit, noch mehr Abenteuer. Mir fallen so viele Geschichten ein, wenn ich drüber nachdenke. Mensch, das war immer eine ganz, ganz tolle Zeit. Und es ist noch richtig viel davon da, wenn ich drüber nachdenke. 

Danke Mama, danke Papa, dass ihr diese Reisen immer mit uns unternommen habt und euch das Geld irgendwie zusammengespart habt um einmal (später dann auch zweimal) im Jahr eine wundervolle Reise zu unternehmen! Und eigentlich kein Wunder, dass ich heute unter Fernweh leide, oder?

Wie waren eure Reisen als Kind? Wo seid ihr gewesen, was habt ihr erlebt? Schreibt mir doch einen Kommentar oder – was noch viel besser ist – macht doch bei Lenas Blogparade mit!!

Ich wünsche euch wunderbare Erinnerungen, bis bald, eure Nina

Kommentare:

Lena hat gesagt…

Was für wunderbare Erinnerungen! Vielen Dank fürs Mitmachen!! Und natürlich auch für deine schmeichelhaften Worte über mein Blog. ;)

Beim Balaton und Heviz sind mir bloß die Erinnerungen vom vorletzten Jahr gekommen. So weit weg habe ich es als Kind nämlich nicht geschafft. :D

Nina hat gesagt…

Vielen Dank! Dafür schaffst du es aber nun mit deinen eigenen Kindern noch viel weiter weg...