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Dienstag, 21. März 2017

Wochenendtrip nach Koblenz

Wir waren endlich wieder unterwegs!

Der erste Kurztrip für dieses Jahr hat uns Koblenz erkunden lassen. Wir starteten Freitag Nachmittag mit dem Deutschen Eck, wie sicher viele andere Koblenz-Besucher auch.

Es ist sehr interessant, zu sehen, wie Mosel und Rhein in einander fließen. Das kann man tatsächlich richtig gut sehen. Viele besser konnten wir es sogar am nächsten Tag sehen, aber dazu später mehr.

am Deutschen Eck. Die Mosel von links, der Rhein von rechts

Das Deutsche Eck heißt übrigens so, weil sich an dieser Ecke (das Land läuft da spitz zu) im Jahr 1216 der Deutsche Orden nieder gelassen hat. Deutscher Orden am Eck – Deutsches Eck. Alles klar. Was uns total überrascht hat, war die Größe des Kaiser Wilhelm Denkmals, das sich nun anstelle des Deutschen Ordens am Deutschen Eck befindet. Mit 37 Meter Höhe ein wahrer Koloss. Allein 14 Meter davon „übernimmt“ das Reiterstandbild, dass den deutschen Kaiser Wilhelm I. zeigt, der sich nach drei Kriegen für die Einigung Deutschlands einsetzte. Sein Enkel weihte 1897 das Denkmal feierlich ein. Heute jedoch ist zumindest die Reiterstatue eine Rekonstruktion, da das Original im Krieg zerstört wurde (überall das selbe – Krieg hinterlässt Zerstörung, Wüste, Trauer. Es widert mich an.). Seiner Faszination tut das jedenfalls keinen Abbruch, das Monument ist allein durch seine Größe wirklich beeindruckend. 


das Kaiser Wilhelm Denkmal

am Deutschen Eck

Das Deutsche Eck mit dem Kaiser Wilhelm Denkmal


Frühling in Koblenz!


Gegenüber auf dem Hügel thront die Festung Ehrenbreitstein 118 Meter über dem Rhein, der zu ihren Füßen schnell dahin fließt. Die Festung ist riesig, die zweitgrößte erhaltene Festung Europas und hat ihren Ursprung bereits im Jahr 1000. So wie wir sie heute sehen, wurde sie von 1817 bis 1828 erbaut. Wir haben sie uns am Samstag Morgen angesehen. Besonders schön erreicht man die Festung Ehrenbreitstein mit der Seilbahn. Und genau das haben wir auch gemacht! Wir schweben wenige Minuten über den Rhein, dann sind wir schon oben. Unterwegs kann man besonders schön auf das Deutsche Eck schauen. Und genau von dort aus sieht man auch noch viel besser, wie Mosel und Rhein in einander fließen. 

Seht ihr die beiden Flüsse? Oben rechts (bei den beiden Kähnen) kommt die
Mosel, unten das ist der Rhein. Sie haben unterschiedliche Farben, sieht man
schön vor dem ersten langen Kahn.
Vorne schwebt im Übrigen die Seilbahn zur Festung empor
 
Wir haben Glück – und das erste milde Frühlingswochenende erwischt. Die Sonne scheint und es ist herrlich. Beim Ticketkauf haben wir eine Karte für eine Schatzsuche erhalten. Es gibt verschiedene, für 4 Altersstufen unterschiedlich schwere Fragen. Nun muss man auf der ganzen Festung verschiedene Punkte ansteuern und dort die Lösung finden und in das Heft eintragen. Das ist wirklich clever gemacht. Die Kids langweilen sich nicht (es gibt auch Hefte für Jugendliche, übrigens!) und man sieht spielend die komplette Anlage. Übrigens ist in der Festung die Jugendherberge untergebracht, die jedoch zu unserem Reisezeitpunkt leider schon ausgebucht war.

Die „Suche nach der Goldenen Kanonenkugel“, wie die Schatzsuche heißt, ist zwar ein wenig unübersichtlich und die Stationen, an denen man einen kurzen Film schauen und vor allem eigentlich hören muss, sind fast nicht zu hören und dementsprechend nur mit Hilfe anderer suchenden Familien zu lösen. Aber macht nichts – so kommt man in Kontakt mit anderen Leuten und durch die Unübersichtlichkeit gelangt man auch in entlegenere Ecken der Festung. 



Die Festung Ehrenbreitstein ist wirklich riesig.

In der Festung gibt es verschiedene Ausstellungen. Besonders beeindruckend fand ich persönlich aber die Multimedia-Ausstellung tief unten in den Ausgrabungen zum Thema „Geschichte der Festung“. An die 3000 Jahre alten Mauern und Fundamente werden verschiedene Bilder und ein passender Text projiziert. Außerdem ist sowohl der Text als auch andere Geräusche zu hören. Das ist sehr beeindruckend, da zum Beispiel bei der Beschreibung des Kriegs der Fliegeralarm rundum uns heulte und wir echt zusammengezuckt sind, so real erschien es uns in dem Moment. Sehr beklemmend. 

Von ganz unten, der ganz alten Geschichte, kommt man auch ganz schnell (und wer Aufzüge mag auch bequem) nach ganz oben, auf das aktuelle Zeitgeschehen. Bis auf die Aussichtsplattform auf dem Dach, von wo aus der Blick auf Koblenz wirklich überragend ist.

die beeindruckende Multimedia-Show bei den Ausgrabungen


Außerdem läuft derzeit bis zum 1. Mai 2017 noch eine Ausstellung über Tabak und rauchen „Der blaue Dunst“. Diese Ausstellung haben wir nur im Schnelldurchlauf gesehen – das interessierte uns schlichtweg nicht. Auch die Fotoausstellungen waren nicht so unser Ding und wir haben nur einen Blick hineingeworfen. Die Ausstellungen wechseln aber häufig und es ist bestimmt immer wieder einen Besuch wert.

von der Ausstellung "der blaue Dunst"

Aber! Das Haus der Archäologie ist ebenfalls in der Festung Ehrenbreitstein untergebracht und wirklich toll! Da wir schon ewig lange mit der Schatzsuche beschäftigt waren, haben wir auch diese Ausstellung nicht so ausführlich angesehen, wie sie es eigentlich verdient hat, aber ich habe mich gefreut, als ich das blaue Schiff gefunden habe. Am Abend vorher habe ich in einem Reiseführer, der in der Ferienwohnung lag, genau über dieses Schiff gelesen und es hat mich irgendwie fasziniert mit seiner leuchtenden blauen Farbe. Das 22 cm lange Schiff wurde 1953 gefunden und gehörte als Grabbeigabe zum Grab einer wohlhabenden Römerin (das Grab befand sich bei einem alten römischen Gutshof aus dem 4. Jhd.) Zu dieser Zeit war Kobalt als Farbstoff für ein solch leuchtendes Blau nur schwer zu bekommen. Wahnsinn, dass dieses grazile Schiff aus Glas eine so lange Zeit im Boden überdauert, überstanden hat, oder? Oben auf der Welt tobt der Wahnsinn und das Schiff bleibt davon völlig unberührt. Und vor allem leuchtet es auch heute noch so wunderschön!

das blaue Schiff. Ist es nicht wunderschön?



Ein Restaurant ist übrigens auch auf dem Gelände untergebracht, sodass man sich ohne Probleme den ganzen Tag dort aufhalten kann. Wir wollten jedoch noch etwas anderes sehen und haben nach der Lösung des Rätsels schnell unseren Preis abgeholt. Und da kann ich nur sagen: Hut ab. Das war richtig toll gemacht. Mehrere Personen in alter Uniform begrüßten uns. Die Ansprache machte die Wichtigkeit unserer Schatzsuche ganz klar – die Kinder fühlten sich wichtig und ernst genommen. Dann bekamen wir jeder (auch wir Erwachsene!) eine kleine Schatzkiste mit einer kleinen Süßigkeit überreicht und durften die vergoldete Kanonenkugel anfassen, die in einer mit Samt ausgelegten Kiste lag. Dann sind wir weiter gebeten worden in die Schreibstube, in der man per Hand in schönster Kalligrafie-Schrift die Namen der Kinder auf eine Urkunde schrieb. Und zwar mit Feder und Tintenfass. An der dritten Station schließlich wurde ein Foto von uns gemacht, vor einer Fotowand, die das Thema der goldenen Kanonenkugel noch einmal aufgriff. Die Fotos wurden sofort gedruckt und auf die inzwischen fertig geschriebenen Urkunden geklebt uns und schließlich überreicht. Wow. Das hat bei beiden Kinder – und auch bei mir – Eindruck hinterlassen. Toll gemacht!


Schließlich konnten wir uns aber doch noch von der Festung trennen und sind nach der Seilbahnfahrt Richtung kurfürstlichem Schloss gelaufen. 1786 wurde das Schloss vollendet, jedoch hat auch hier der Krieg leider seine Spuren hinterlassen und das Schloss wurde 1950 noch einmal aufgebaut. Schön ist es allemal – egal wann es gebaut wurde. Vor dem Schloss ist ein netter Spielplatz, allerdings mehr für kleine Kinder. Könnt ihr euch aber sicher vorstellen, was da am ersten schönen Frühlings-Wochenende los war…

das Kurfürstliche Schloss

Was wir danach noch gemacht haben, erfahrt ihr bald in einem gesonderten Beitrag. 

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hallo Nina , wieder ein schöner ,
Interessanter Reisebericht !
Ein Wochenendausflug bei Sonnenschein,
Das freut nicht nur die Kinderlein.
Küsschen Mama 😘

Herr Bohne vom Land hat gesagt…

Wundervoll! Ach Nina, ich liebe sie so sehr, deine Reiseberichte. Und überhaupt lese ich so gerne hier. Bei der Gelegenheit bin ich mal wieder auf meinen alten Blog gehüpft, auf den, der aktiv war, als das große Mädchen noch ein Babymädchen war. Und damals haben wir von unserem Ausflug in Koblenz berichtet und du hast kommentiert. Wie lang wir uns schon kennen, schön, oder? Ich wünsche euch noch ganz viele weitere Ausflüge im Frühling und mir wünsche ich, dass du mich virtuell mitnehmen wist :) Ich werde ab Sommer wieder mehrmals die Woche bloggen, ich vermisse und brauche es so, das Lesen auf anderen Blog (wie deinem) und das eigene Gedanken-Loswerden. Bald ... Sina

Nina hat gesagt…

Liebste Mama, ganz lieben Dank für deinen Kommentar und danke für's lesen!!

Nina hat gesagt…

Liebe Sina, danke für deine lieben Worte! Ja, Wahnsinn, wie lange wir uns schon kennen. Und ich denke immer wieder mit Freude an unser letztes Treffen zurück. Und sei unbesorgt - ich nehme dich (und hoffentlich auch noch ganz viele andere) weiterhin mit auf unsere kleinen und großen Ausflüge und Reisen. Die nächsten Blogbeiträge und vor allem auch Reisen sind in Arbeit/Planung. Genießt den Frühling!!! Und: ich freue mich schon riesig auf deine Blogbeiträge!!